Warum Menschen Dinge aufschieben
Wir sprechen über Aufschieben oft,
als wäre es ein Mangel.
Als fehlende Disziplin.
Als Organisationsproblem.
Als Schwäche.
Doch meistens ist es komplizierter.
Denn oft verschieben wir gerade die Dinge,
die uns wichtig sind.
Das Gespräch,
das etwas verändern könnte.
Die Entscheidung,
die Konsequenzen hätte.
Den Schritt,
auf den wir uns eigentlich freuen.
Manchmal sogar Dinge,
nach denen wir uns lange gesehnt haben.
Als würde nicht nur Widerstand in uns arbeiten,
sondern gleichzeitig auch Bedeutung.
Denn je wichtiger etwas wird,
desto mehr gerät in Bewegung.
Es entstehen Erwartungen.
Möglichkeiten.
Zweifel.
Hoffnungen.
Und plötzlich wird etwas,
das wir eigentlich wollen,
zugleich auch beunruhigend.
Vielleicht liegt genau darin eine der menschlichsten Erfahrungen überhaupt:
dass wir Veränderung wollen
und dennoch am Vertrauten festhalten.
Nicht,
weil Menschen irrational wären.
Sondern weil wir selten nur in eine Richtung leben.
Wir möchten uns entwickeln
und zugleich dieselben bleiben.